Dreimal Spucken

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Dreimal SpuckenvonDavide Reviati

Übersetzung: Myriam Alfano

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Leseprobe

Die 60er Jahre auf dem Land. Endlose Langeweile beherrscht das Handeln der Dorfjugend und treibt sie immer wieder zu Dummheiten und Drogenkonsum. „Dreimal Spucken“ ist die Geschichte von Guido, der mal unter der Brutalität der Älteren leidet, mal selbst mit naiver Aggression leiden lässt. Und die Geschichte der Stančičs, die in einem Wagen abseits des Dorfes hausen, „nicht dafür gemacht, in Häusern zu leben wie wir“. Immer wieder wird die Familie für alle möglichen Unglücke zur Rechenschaft gezogen. Ihre Tochter Loretta, von der man sagt, dass sie ihren Verstand verloren hat, möchte in der Runde der Gleichaltrigen dazugehören, die gelangweilten Jungs fühlen sich von ihr angezogen und abgestoßen zugleich. Davide Reviati erzählt in fulminanten Schwarz-Weiß-Zeichnungen von der Fremdenfeindlichkeit gegenüber einer Sinti-Familie und zugleich davon, welche Gräueltaten die Volksgruppe der Sinti und Roma sowohl unter der faschistischen Rassenhygiene, als auch unter immer wiederkehrenden Ressentiments ihrer Mitmenschen erleiden mussten und müssen. Mal detailreich, mal dynamisch skizziert, ziehen uns die Bilder in ihren Sog. Wir durchleben das Fühlen und Streben nach Anerkennung des Erzählers mit all seinen Ängsten und Vorurteilen.